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Der Kündigungsschutz

Die Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses ist für viele Menschen einer ihrer schlimmsten Alpträume, schließlich sind ein fester Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen maßgebliche Faktoren für ein unbeschwertes Leben. Aber selbst wenn Ihnen von Ihrem Arbeitgeber gekündigt wurde, besteht kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, denn es ist nicht gleich Alles verloren. Mit einem guten Anwalt für Arbeitsrecht an Ihrer Seite ist es auf jeden Fall möglich, mit einiger Aussicht auf Erfolg gegen eine Kündigung vorzugehen.

Voraussetzungen

Am wichtigsten ist hierbei zunächst natürlich, ob Ihr Arbeitsverhältnis den Vorschriften des Kündigungsschutzgesetzes unterliegt. Denn im Falle eines wirksamen Kündigungsschutzes ist Ihrem Arbeitgeber die Kündigung nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen überhaupt möglich (Sonderfall: z.B. die betriebsbedingte Kündigung). Nicht alle Arbeitnehmer allerdings können vom Kündigungsschutz profitieren.

Kündigungsschutz-Anspruch

Ob Sie Anspruch auf Kündigungsschutz haben, hängt von zwei Voraussetzungen ab: Zum einen muss die sog. Wartezeit abgelaufen sein, d.h. Ihr Arbeitsverhältnis muss in demselben Betrieb länger als sechs Monate bestanden haben. Darüber hinaus muss die Anzahl der bei Ihrem Arbeitgeber Beschäftigten einen bestimmten Schwellenwert erreichen. Genauer gesagt müssen laut der sog. „Kleinbetriebsklausel“ in Ihrem Betrieb einschließlich Ihrer Person mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt sein, damit kein das Kündigungsschutzgesetz ausschließender Kleinbetrieb vorliegt. Treffen diese beiden Voraussetzungen auf Sie zu, ist Ihr Arbeitgeber in seinen Möglichkeiten, Ihnen zu kündigen, sehr eingeschränkt.

Denn damit eine Kündigung auch unter dem Kündigungsschutz des Arbeitnehmers wirksam ist, muss auf jeden Fall ein Kündigungsgrund vorliegen, der spätestens in einem amtsgerichtlichen Kündigungsverfahren vom Arbeitgeber dargelegt werden muss. Rechtswirksam ist eine Kündigung bei greifendem Kündigungsschutz lediglich dann, wenn es sich um eine personenbedingte, verhaltensbedingte oder betriebsbedingte Kündigung handelt.

Die Kündigungsschutzklage

Selbst eine Kündigung aus einem dieser drei Gründe kann aber durchaus vor dem Arbeitsgericht zu Fall gebracht werden. Wurde Ihnen von ihrem Arbeitgeber trotz Kündigungsschutz gekündigt, können Sie diese Kündigung jedoch nur dann anfechten, wenn sie vor dem zuständigen Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage erheben. Dabei ist es zwingend notwendig, die dreiwöchige Klagefrist zu beachten, die mit dem Tag des Zugangs Ihrer Kündigung beginnt. Bei Nichteinhaltung dieser Frist wird Ihre Kündigung leider bestandskräftig und Ihr Arbeitsverhältnis endet mit Ablauf der Kündigungsfrist unwiderruflich.

Eine solche Kündigungsschutzklage sollten Sie unbedingt auch dann erheben, wenn Sie bereits mit Ihrem Arbeitgeber über eine Rücknahme der Kündigung oder über eine Abfindung verhandeln, solange eine Einigung zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber während dieser Drei-Wochen-Frist nicht schriftlich vorliegt.

Sollten Unsicherheiten bestehen, empfiehlt sich auf jeden Fall der Gang zum Anwalt für Arbeitsrecht, um mögliche Schritte zu besprechen.